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Demenz - Mein Kopf lässt mich manchmal im Stich… Alzheimer?

Frau Kurz ist der Name ihres Lieblingsschauspielers nicht eingefallen, als sie von dem schönen Film gestern Abend erzählen wollte. Und letzte Woche konnte sie ihre Schlüssel mehrfach nicht finden. Man liest so viel von Alzheimer! Ist ihre Vergesslichkeit noch normal oder der Beginn einer Demenz?

Vergesslichkeit kommt in jedem Alter vor, verstärkt sich aber mit den Jahren. Das ist lästig und manchmal auch unangenehm, aber vorläufig noch kein Grund für große Sorgen. 

Erste Anzeichen 

für eine Demenzerkrankung

Wenn Frau Kurz aber ihre Nachbarin nicht erkennt, den gewohnten Weg zum Bäcker nicht findet oder gerade Erlebtes häufig wieder vergisst, besteht ernsthafter Anlass zur Sorge. 

Weitere erste Anzeichen können sein:

• keine Erinnerung an kurz Zurückliegendes

• im Gespräch fehlt häufig das richtige Wort

• deutliche Konzentrationsprobleme

• immer häufigere Verwechslung von Datum oder Tageszeit

• Schwierigkeiten, sich in einer fremden Umgebung zurechtzufinden

Unsicherheit belastet. Die Angst, an einer Demenz erkrankt zu sein, sollte zunächst mit der Familie und dem Hausarzt offen besprochen werden. Gehen Sie einer Untersuchung nicht aus dem Weg, denn auch ganz andere Ursachen wie z.B. eine Depression oder Flüssigkeitsmangel können zu ähnlichen Symptomen führen.

Diagnostik

Eine differenzierte Diagnose kann viel für den weiteren Umgang mit einer Demenzerkrankung bedeuten, in deren Verlauf Betroffene und auch ihre Angehörigen immer mehr Unterstützung brauchen. 

Ihr Hausarzt wird Sie untersuchen und gegebenenfalls an einen Facharzt (Neurologen bzw. Psychiater) oder eine Gedächtnissprechstunde überweisen. Unter Gedächtnissprechstunden (oder Memory-Kliniken) versteht man Einrichtungen, die sich auf Frühdiagnostik, Therapie und Beratung von Demenz-Patienten spezialisiert haben. 

Den meisten Einrichtungen gemeinsam ist ihr Angebot einer spezialisierten und raschen Diagnostik bei Demenzverdacht. In der Regel arbeiten Fachleute unterschiedlicher Ausrichtungen (Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter) unter einem Dach zusammen. Bislang gibt es in Gedächtnisambulanzen noch recht wenig Erfahrungen in der Diagnostik von Demenz bei gehörlosen Menschen, die sprachlichen Besonderheiten müssen in jedem Fall mitberücksichtigt werden. In Deutschland gibt es in Erlangen und Lengerich zwei Spezialkliniken, die eine fachärztliche Diagnostik von Demenz speziell für gehörlose Menschen anbieten.

Unterstützung durch die Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V. – Selbsthilfe Demenz

In Baden-Württemberg sind rund 200.000 Menschen an einer Demenz erkrankt und müssen ihr Leben an dieser Gewissheit neu orientieren. Für ihre Fragen, Sorgen und Ängste ist die Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V. | Selbsthilfe Demenz eine zentrale Anlaufstelle. Hier erhalten vor allem Angehörige, aber auch Betroffene, Fachkräfte und Ehrenamtliche Information und Beratung. 

Beratung und Information für ganz Baden-Württemberg

Die Mitarbeiterinnen vom Beratungstelefon haben langjährige Erfahrung. Sie verstehen die Sorgen und Nöte der Ratsuchenden und entlasten oft schon allein durch dieses Verständnis. Für viele ist ein Anruf beim Beratungstelefon das erste offene Gespräch über die zunehmende Vergesslichkeit der Mutter oder die Gemütsschwankungen des Ehepartners. Das Beratungstelefon ist erreichbar unter 0711/248496-63.

Für gehörlose Menschen besteht die Möglichkeit der E-Mail Beratung. Schreiben Sie Ihre Fragen bzw. Ihr Anliegen an: beratung@alzheimer-bw.de. Die Beraterinnen bemühen sich individuell um die schriftliche Beantwortung Ihrer persönlichen Fragen und suchen nach passenden Lösungen.

Sie bekommen Informationen, aber auch Ermutigung, sich nicht zurückzuziehen, sondern möglichst offen mit der Erkrankung umzugehen. Später kommen viele Fragen hinzu: Wo gibt es Unterstützung und Entlastung? Welche finanziellen Hilfen können in Anspruch genommen werden? 

Das InfoPortal Demenz www.alzheimer-bw.de bietet neben umfassenden Informationen auch die Möglichkeit, Dienste, Einrichtungen, Gedächtnissprechstunden und Unterstützungsangebote vor Ort zu finden. Hier können Sie auch die Broschüren der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg zu allgemeinen und speziellen Aspekten einer Demenz bestellen. So richtet sich z.B. die Broschürenreihe „Ich lebe mit einer Demenz“ an Menschen, die beginnend erkrankt sind. Der Ratgeber „Begleiten ins Anderland“ enthält umfassende Informationen für Angehörige. Einen ersten Überblick der anstehenden Themen nach einer Diagnose bietet die Checkliste für Angehörige „Demenz in meiner Familie. Was nun – was tun?“. 

Weiterführende Informationen zum Thema Demenz für gehörlose Menschen

Gehörlose Menschen und Demenz. Hinweise für Betroffene, Angehörige und Bezugspersonen, Broschüre des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V.

Gebärdenvideos zum Thema Demenz auf der Webseite des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V.

Kompetenzzentren Gehörlos im Alter, insbesondere bei Demenz, die Webseite bietet neben Informationen und Beratung auch eine Adressdatenbank

 

Autorin

Cathleen Schuster, Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V.

Kontakt

Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V.

Friedrichstr. 10

70174 Stuttgart

Tel. 0711 24 84 96-60

E-Mail: info@alzheimer-bw.de

 

InfoPortal Demenz

www.alzheimer-bw.de

Beratungstelefon

Tel. 0711 24 84 96-63

E-Mail: beratung@alzheimer-bw.de 

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