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Mitgliederversammlung in Tuttlingen beschließt eine neue Satzung

Vor 1,5 Jahren, im April 2017, begann es als kleine Idee auf der Mitgliederversammlung in Stuttgart: die Satzung des Landesverbands der Gehörlosen Baden-Württemberg solle überarbeitet und modernisiert werden.

Sogleich wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, die die alte Satzung, die aus dem Gründungsjahr 1982 stammte, auf Herz und Nieren prüfte. Schnell stellte die Arbeitsgruppe fest: an vielen Ecken und Enden der Satzung musste etwas Neues her.

„Nach sechs Sitzungen der Arbeitsgruppe, unzähligen Mails und Rechtsberatungen war klar: die Modernisierung der Satzung ist nicht mit einer kleinen Satzungsänderung getan. Wir haben die Satzung von Grund auf neu geschrieben“, fasste der Landesvorsitzende Wolfgang Reiner die Ergebnisse der Arbeitsgruppe zusammen.

Nachdem das Grobgerüst der Neufassung auf der Mitgliederversammlung im April 2018 in Weinheim vorgestellt worden war, stand nun, im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, die am 15. September in Tuttlingen stattfand, der endgültige Beschluss auf dem Programm.

Landesvorsitzender Wolfgang Reiner präsentierte die Neuerungen im Detail. Unter anderem regelt die neue Satzung nun neu:

  • Der bisher streng hierarchische Landesvorstand wird abgeflacht. Nur noch fünf gleichberechtigte Vorstände lenken die Geschicke des Landesverbands. Die herausgehobene Stellung des Vorsitzenden wird zurückgefahren. Er ist fortan ein Primus Inter Pares – ein „Erster unter Gleichen“.
  • Die Befugnisse der ordentlichen Mitgliedsvereine werden gestärkt. Besonders die der kleinen Gehörlosenvereine. Sie erhalten z.B. ein höheres Stimmgewicht durch mindestens zwei Stimmen, statt bisher einer Stimme bei den Mitgliederversammlungen.
  • Die Mitgliederversammlung wird künftig als „Verbandstag“ bezeichnet.
  • Viele Begrifflichkeiten wurden angepasst und modernisiert. Bisher stand in der Satzung, dass die „Dolmetschervermittlung für Gebärdensprache“ gegründet werden soll. Diese ist jedoch bereits seit vielen Jahren gegründet und in Betrieb. Daher wird klargestellt, dass der Landesverband Träger der Dolmetschervermittlung ist. Zudem wurde auch auf geschlechtergerechte Sprache gesetzt.
  • Eine Neuerung war ebenfalls zwingend erforderlich, wobei alle hoffen, dass sie nie zum Tragen kommt. Bisher war festgehalten, dass das Vereinsvermögen bei Auflösung des Verbands zu gleichen Teilen an den badischen, wie den württembergischen Wohlfahrtsverband für Hörgeschädigte fließt. Diese beiden Verbände sind 2018 in der neu gegründeten Stiftung „Pro Kommunikation in Baden-Württemberg“ aufgegangen. Daher haben die Mitglieder beschlossen die Stiftung als neue Begünstigte einzusetzen.

Eine weitere Übergangsregelung war ebenfalls nötig. Durch die Veränderung der Struktur des Vorstands hätte der Verband einen nicht-satzungskonformen Vorstand gehabt. Dies wurde dadurch behoben, dass die Versammlung quasi einen Übergangs-Landesvorstand bestimmte, der bis zur ersten regulären Wahl eines Landesvorstands nach der neuen Satzung die Amtsgeschäfte führt.

Dabei setzten die Delegierten auf viel Kontinuität und bestellten fünf der bisherigen Vorstandsmitglieder in den neuen Vorstand. Dies sind:

  • Wolfgang Reiner als Landesvorsitzender
  • Thomas Kolbenschlag als Schatzmeister
  • Diana Piecha, Renate Hauser und Andreas Frucht als weitere Vorstandsmitglieder

Nach über einstündiger Diskussion mit vielen Nachfragen erfolgte die Schlussabstimmung. Das Ergebnis: alle 45 anwesende Delegierte stimmten der neuen Satzung zu.

Landesvorsitzender Wolfgang Reiner zeigte sich hocherfreut über diesen Ausgang: „Das überwältigende einstimmige Ergebnis zeigt, dass wir die Satzung im Einvernehmen mit den Mitgliedern modernisiert haben. Und dass auch die Mitglieder sehen, dass Veränderungen notwendig sind. Und das Ergebnis ist ein Vertrauensbeweis der Mitglieder für uns alle im Landesvorstand.“

Am Landesvorstand liegt es nun, alle Änderungen ins Vereinsregister einzutragen und die Änderungen umzusetzen. „Dafür sind wir nun aber bestens gewappnet“, fasste Wolfgang Reiner zusammen.

Bild: Das 5köpfige Vorstandsteam (v.l.n.r.) Wolfgang Reiner, Diana Piecha, Thomas Kolbenschlag, Renate Hauser und Andreas Frucht

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