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Premiere: Der internationale Tag der Gebärdensprachen

 1958 fand in Rom zum ersten Mal die "Woche der Gehörlosen" statt um auf die Situation der Gehörlosen aufmerksam zu machen und das Bewusstsein für Gebärdensprache zu erhöhen. Die Internationale Woche der Gehörlosen wird jährlich durch verschiedene Aktivitäten der jeweiligen Gehörlosengemeinschaften in der letzten vollen Septemberwoche weltweit veranstaltet, und zwar in Erinnerung an den ersten Weltkongress des WFD 1951 in Rom, der im gleichen Monat abgehalten wurde. In Deutschland wird der Tag der Gehörlosen seit den späten 1970er-Jahren veranstaltet, sowohl vom Deutschen Gehörlosen-Bund als auch von den Landesverbänden der Gehörlosen. Diese Aktivitäten brauchen die Partizipation und Beteiligung verschiedener Akteure, zu denen Familien, Peers, staatliche Einrichtungen, professionelle Dolmetscher für Gebärdensprache und Organisationen von Menschen mit Behinderungen gehören.

Zum 60. Geburtstag machten uns die Vereinten Nationen (UN) ein besonderes Geschenk: von nun an wird jährlich am 23. September der "Internationale Tag der Gebärdensprachen" gefeiert, um den Status der Gebärdensprachen und die Rechte von gehörlosen Menschen zu fördern und zu schützen.

Seit dem 1. Mai 2002 ist mit dem Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) die Deutsche Gebärdensprache (DGS) als eigenständige Sprache anerkannt. Ebenso wurde an diesem Tag das Recht auf die Verwendung von Gebärdensprache und anderen Kommunikationshilfen im Sozial- und Verwaltungsrecht statuiert. Die Gebärdensprache ist jedoch bis heute nicht im Sinne der Europäischen Charta als Regional- oder Minderheiten-sprache in allen Lebensbereichen anerkannt. 

Der Deutsche Gehörlosen-Bund e.V. strebt an, dass die Deutsche Gebärdensprache als Minderheitensprache im Sinne der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen anerkannt wird. 

Die gemeinsamen Ziele des Internationalen Tages der Gebärdensprachen und der Internationalen Woche der Gehörlosen 2018 sind: 

  • auf so viele Regierungen wie möglich zuzugehen und Einfluss auszuüben, damit die Verpflichtungen zur Förderung des Status der Gebärdensprachen und des sprachlichen Menschenrechts von Gehörlosen gesetzlich umgesetzt werden, 
  • die Gebärdensprache als Mehrsprachigkeit und die Gehörlosenkultur als sprachliche und kulturelle Vielfalt weltweit zu fördern, zu schützen und zu erhalten, 
  • deutlich und bewusst zu machen, dass die Gebärdensprachen vollwertige natürliche Sprachen sind, während sie sich strukturell von den gesprochenen Sprachen unterscheiden, neben welchen sie koexistieren, und dass Gebärdensprachen und gespro-chene Sprachen gleichwertig sind, 
  • zu betonen, dass die Gebärdensprache für gehörlose Menschen eine wichtige Voraussetzung für die volle Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft ist, 
  • klar zu machen, dass ein frühzeitiger Zugang zur Gebärdensprache und zu Dienstleistungen, die in Gebärdensprache angeboten werden, entscheidend für das Heranwachsen und die Entwicklung der gehörlosen Person ist, genauso wie für die Erreichung der international vereinbarten Nachhaltigkeitsziele, 
  • darauf zu drängen, dass das Prinzip „Nichts über uns ohne uns“ bei der politischen Arbeit mit dem Deutschen Gehörlosen-Bund und seinen Mitgliedsverbänden berücksichtigt und integriert wird.

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