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Wir trauern um Willi Huck

Wir trauern um unseren Ehrenvorsitzenden Willi Huck, der gestern verstorben ist.

Am Sonntag, den 25. Februar 2018, ist Willi Huck friedlich eingeschlafen, nach langer Krankheit. Er wurde 76 Jahre alt. Diese Nachricht können und wollen wir noch immer nicht so richtig verstehen.

Willi Huck war uns ein großes Vorbild. Zeit seines Lebens hat er sich, mit all seiner Energie, für die Gehörlosen-Gemeinschaft eingesetzt. 1943, im Alter von 2 Jahren, erkrankte er an Diphtherie und Scharlach. Er wurde taub und verlor das rechte Auge.

Nach zwei Jahren an der Volksschule besuchte Willi die Gehörlosenschule in Heiligenbronn bei Schramberg. Nach der Schule fand er direkt den Weg ins Berufsleben. Ab 1957 arbeitete er bei Daimler-Benz in Gaggenau. Auch dort engagierte er sich für seine Kolleginnen und Kollegen als Schwerbehindertenvertrauensmann (von 1980-89 als 1. Stellvertreter, von 1989-2001 als freigestellter Vertrauensmann).

Sein Einsatz für die Gehörlosen begann im Jahr 1958, als Willi 17 Jahr alt war. Er trat in den Gehörlosenverein Rastatt bei. Dort hatte er fast jedes Vorstandsamt einmal inne. Schriftführer, 2. Vorsitzender und schließlich 1. Vorsitzender.

1962 folgte der Eintritt in den Mittelbadischen Gehörlosen Motorclub (heute Mittelbadischer Sport- und Kulturverein der Hörgeschädigten Bühl/Baden), auch dort wurde er schließlich Vorsitzender. 1970 dann der Eintritt in den Gehörlosen-Sportverein Rastatt e.V., 1975 wurde er Mitglied des Verbands der Katholischen Gehörlosen Deutschlands e.V.

Willi Hucks Karriere im Landesverband begann 1969. In diesem Jahr wurde er zum 2. Vorsitzenden des Landesverbands der Gehörlosen Baden gewählt. 1975 wurde er ins Präsidium des Deutschen Gehörlosen Bundes gewählt. Er war dort zuständig für die Mitgliedertstatistik und Sonderaufgaben. Als Delegierter des DGB nahm er auch mehrmals am Weltkongress der Gehörlosen teil. 1979 in Druschba, Bulgarien, 1983 in Palermo, Italien, 1987 in Helsinki, Finnland und 1995 in Wien, Österreich.

1982 wurde aus zwei eins: die beiden Gehörlosen-Landesverbände Baden und Württemberg-Hohenzollern fusionierten zum Landesverband Baden-Württemberg. Und Willi Huck wurde zum ersten 1. Vorsitzenden gewählt. Ein Amt, das er bis 1998 behalten würde.

2006 würdigte ihn der Landesverband und wählte ihn zu seinem Ehrenvorsitzenden. Und nach über 30 Jahren Mitarbeit im Präsidium des Deutschen Gehörlosen-Bunds, trat er auch von diesem Posten zurück und wurde zum Ehrenmitglied des Gehörlosen-Bunds ernannt. Wer nun meint, dass Willi Huck sich dann zurücklehnte, hat sich geirrt. Nach dieser Zeit war er weiter für seinen Gehörlosenverein Rastatt als Vorsitzender tätig und war weiter Mitglied des Landesvorstands. Zunächst als Beisitzer (2005), später dann (2010 bis 2013) als Seniorenbeauftragter.

Sein beispielloser Einsatz blieb nicht unbeachtet. 1987 verlieh ihm Sozialministerin Barbara Schäfer die Landesehrennadel des Landes Baden-Württemberg. 1990 wurde er mit der Karl-Wacker-Ehrenplakette des Deutschen Gehörlosen-Bundes geehrt. Und im Jahr 1999 wurde ihm vom Gaggenauer Oberbürgermeister Schulz das Bundesverdienstkreuz verliehen.

All dies war aber nur möglich, weil er sicher auf eine Person verlassen konnte. Seine Bärbel. Sie hatten am 26. September 1975 in Freiburg geheiratet. Ihr, seiner ganzen Familie und seinen vielen Freundinnen und Freunden gilt unser Mitgefühl und Beileid.

Wir haben einen wahren Freund verloren.

Willi, du wirst uns fehlen.

 

 

Wolfgang Reiner, für den Landesverband der Gehörlosen Baden-Württemberg

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